Freitag, 11. August 2006

Take it Easy

Ach, es ist zum Mäusemelken. Nach ca. zehn gescheiterten Anläufen, etwas über Jackson Browne zu schreiben, habe ich eigentlich keine Lust mehr. Ich habe einfach zu viele Erinnerungen, die direkt mit seiner Musik verknüpft sind, die alle auf einmal durch meinen Kopf jagen und raus wollen und dann bleibt nichts als langweiliger Quark und das macht keinen Sinn.

Browne ist mit Sicherheit die am meisten prägende Figur meiner frühen musikalischen Sozialisation. Mein erstens „großes“ Konzert (übrigens am gleichen Ort): Browne. Dies Erlebnis hat wie nichts anderes in mir den Wunsch geweckt, auch da oben zu stehen. Mein erstes selbst geklimpertes Lied auf dem Klavier: „The Load Out“ von Browne. Eine meiner meistgespielten Platten: „Late for the Sky“ deren ersten vier Lieder mir durch so manche Misere geholfen haben.

Heute war Jackson Browne im Hamburger Stadtpark, zum stolzen Preis von 49 Öre fanden sich immerhin geschätzte 2000 Menschen ein. Zusammen mit Boogie gelang es mir, den Altersschnitt um einige Jahre zu senken. Browne kam mit David Lindley und einem Percussionisten und spielte akkustisch und wenn man wie ich, seine Platten der letzten 20 Jahre für Arschkrampen hält, ist das ein Wohltat und siehe da: Es klappte, selbst die neueren Sachen klangen nach Musik.

Höhepunkt des Abends war für mich eine „Rehab-Version“ (Browne) von „Cocaine“, die sozusagen von der anderen Seite des Ufers erzählte, sehr authentisch erzählt, Brownes Nase spricht da Bände. Schön das auf Publikumswunsch eingefügte „The Naked Ride Home“, das die Band nicht kannte (und zu dem Lindley dann eine wundervolle Gitarre beisteuerte, ich sags doch immer: Üben ist für die Katz). Und bei dem Browne sehr überzeugend den Text vergessen hatte, sich aber dadurch nicht davon abhalten lies, weiter zu spielen. Aus dem Publikum wurde ihm der Text gereicht (wer zu Teufel hat Texte in der Tasche???), wofür ihm dann wieder aus der Backstage die Lesebrille (sic!) gebracht wurde. Bei „Our Lady of the Well“ durfte der Gitarren Roadie mitspielen und all das wirkte nicht nur spontan, sondern war es auf überzeugende Weise.

Ach, es war schön. Am schönsten finde ich, dass Musikmachen weitergeht, dass man nicht im Tökiö Hötel Alter sein muss und das sie (manchmal zumindest) davon nicht schlechter wird.
Gut jetzt. Ich finde es ungeheuer schwer, über Dinge zu schreiben, die einen wirklich berühren.

Browne hat übrigens eine ziemlich gut bestückte Heimatseite, auf der es viel zu hören gibt. Sie sei dem geneigten Leser empfohlen.

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